Maria de Buenos Aires
- Sinnliches Farbenfeuerwerk im Theater Magdeburg
von BerndB., 05.04.06
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Mit eindrucksvollen Tanzeinlagen und impulsivem "Tango Nuevo" erzeugt die Operita "Maria de Buenos Aires" eine mitreißende Welle spanischen Fiebers beim Opernhauspublikum des Theater Magdeburg.
Sie alle lassen sich in Gonzalo Galgueras Inszenierung von Astor Piazzollas kleiner Oper "Maria de Buenos Aires" wiederfinden.
Erzählt wird die Geschichte von der Geburt des Tangos in der argentinischen Seefahrerstadt Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die heilige Hure Maria (Andrea Thelemann). Sie entdeckt die Leidenschaft des Tanzes für sich und schafft es nicht nur durch ihre rassige Erscheinung die übrigen Ureinwohner ebenfalls für diese Passion zu begeistern. Schon bald hat sie durch ihre verführerisch unnahbare Art die Aufmerksamkeit des Matrosen Duende (Enrique Keil) und des Bürgerlichen Gorrión (Alejandro Briglia) auf sich gezogen beide verfallen ihr hoffnungslos und versöhnen sich erst, nachdem Maria sich durch ihre Hingabe an den Tango zugrunde gerichtet hat. Von nun an tanzt sie nur noch als ruhelose Seele (Celia Millan) durch Buenos Aires, ihr Geist lebt lediglich in den Köpfen beider Verehrer und den Herzen der Vorstädter weiter, bis zum Zeitpunkt einer mystischen Wiedergeburt Marias. Die 17 Szenen umfassende Collage besticht vor allem durch ihre unkomplizierte, farbenfrohe, surrealistische Aufmachung. Das Bühnenbild, ein überdimensionales Bahnhofsfenster überwiegend eingetaucht in blau weißes Licht, verleiht dem Stück von Beginn an eine träumerische Atmosphäre. Zusätzlich werden die charakteristischen Züge sowie psychische Zustände der Figuren durch hervorstechende Kostüme und Maskierung betont. Marias feuerrotes Kleid steht zum Beispiel als Ausdruck von Liebe Verführung und Aggression, im Gegensatz symbolisieren kalkweiße Kleider und Gesichter der Geister Freude Unschuld und Vergänglichkeit. Aber nicht nur visuell wird gemalt. Im Einklang mit fabelhaften Bühnenbildern verleiht erst Astor Piazzollas virtuos komponierte Musik, dargeboten von der Magdeburger Philharmonie, dem Gesamtkunstwerk einen komplettierenden Funken sprühenden Esprit.
Sinnliches Farbenfeuerwerk.
Theater ist eine andere, eigenständige Welt, in seiner Bestform sollte es schließlich unsere Sinne berühren, zum Träumen verführen und den weltlichen Alltag vor der Tür lassen, sobald sich der Bühnenvorhang hebt. Als Verbindung aus hingebungsvollem Tanz, leidenschaftlichem Gesang, faszinierendem Schauspiel und stimmungsstarker Orchestermusik ist die Oper ein Medium, dem dies in der Regel besonders gelingt. Um den Zuschauer zu verzaubern sind südländisches Temperament, trabende Leidenschaft, unendliche Liebe, bodenlose Eifersucht und verzehrende Sehnsucht garantierte Erfolgskomponenten.Sie alle lassen sich in Gonzalo Galgueras Inszenierung von Astor Piazzollas kleiner Oper "Maria de Buenos Aires" wiederfinden.
Fazit: Nach einem zweistündigen Spaziergang durch Buenos Aires auf den beflügelten Schwingen des Tangos ist man schlichtweg überwältigt, möchte alles am liebsten gleich noch einmal sehen und sich sofort sein Flugticket nach Argentinien buchen, um selbst möglichst schnell die Kunst des Tanzens zu erlernen. Sagenhaft - sehenswert!
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Fotos: Veranstalter

















